HÄLSNINGAR FRÅN GÖTEBORG

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Manchmal ist eine Nachricht zu gut um wahr zu sein. So gut, dass du die ganze Zeit denkst, deine Freunde spielen dir gerade einen miesen Streich.

Vor einigen Monaten bekam ich wie aus dem Nichts eine e-Mail von visitsweden, ob ich nicht Lust hätte, an einer Pressereise nach Schweden teilzunehmen. Ein paar Tage Göteborg mitsamt Schärengarten. Zunächst habe ich mir die Mail dreimal durchgelesen, meine Mitbewohnerin gefragt, ob sie die Anfrage genau so interpretiert wie ich, die Mail ein weiteres Mal überflogen und erst dann habe ich geantwortet. Natürlich will ich teilnehmen! Schließlich ist Göteborg meine Lieblingsstadt in Schweden. Also Arsch auf Eimer.

Über Amsterdam lande ich in Göteborg Landvetter, von wo aus mich ein Shuttlebus direkt ins Zentrum von Schwedens zweitgrößter Stadt bringt. Hier wartet bereits Carl von visitsweden auf mich. Mit ihm hatte ich bereits im Vorfeld alle Details der Reise geklärt. Carl ist Schwede, lebt aber schon seit vielen Jahren in Hamburg. Sein Deutsch ist daher ausgesprochen gut (viel besser als mein Schwedisch) und wie so viele Schweden ist er einem auf Anhieb sympathisch.

Im noch recht neuen Comfort Hotel direkt am Hafen treffen wir auf den Rest der Gruppe und unsere Reiseleiterin Kajsa von göteborg, die den ganzen Spaß für uns organisiert hat. Unsere Truppe ist ein bunter Haufen aller Altersklassen, aber alle mit journalistischem Hintergrund. Ich fühle mich als “Instagrammer” fast ein wenig als Außenseiter (Schwindler möchte ich nun unbedingt sagen, aber fast). Beim Stadtspaziergang und anschließendem Lunch sollen wir uns erst einmal besser kennenlernen.

Zunächst flanieren wir ins wunderschöne Stadtviertel Haga, in dem die alten Häuser und Straßen ein ganz besonderes Flair längst vergangener Jahrhunderte versprühen. Vor allem die Häuser sind sehenswert und fotogen. Unten Stein, oben Holz. Außerdem gibt es hier enorm große Zimtschnecken im XXL-Format. Danach haben wir auf dem Weg zu unserem Mittagessen noch eine kurze Fika, sprich eine Kaffee- oder Teepause. Erst dann gibt es endlich etwas zu beißen. Im Restaurang Gabriel in der Feskekôrka (Fischkirche) gibt es, nicht zum letzten Mal auf dieser Reise, leckeren Fisch, und das vom Weltmeister im Austern öffnen höchstpersönlich.

Gesättigt und zufrieden vertreten wir uns hinterher die Beine zunächst im wunderschönen Park der Garden Society of Gothenburg, bevor wir am Kungsportbron in ein Boot der Paddan Canal Boats-Flotte steigen. Vom Wasser aus bekommen wir noch einmal eine ganz neue Perspektive auf die Stadt aufgezeigt und ein paar aufschlußreiche Fun Facts von der jungen Schwedin am Bug des Schiffes erzählt. Die vielen Kanäle sind übrigens ein Vermächtnis der Holländer, die einen großen kulturellen und architektonischen Einfluß auf Göteborgs Stadtbild hatten.

Zum Ausklang des Tages lernen wir noch den Manager unseres Hotels kennen. Fredrik plaudert gut gelaunt über die Geschichte des Hotels und wie sich das Viertel am Hafen gerade im positiven Wandel befindet, gar regelrecht aufblüht. Am beeindruckendsten ist natürlich der Blick von der Dachterrasse des Hotels, wo er uns noch auf einen Drink einlädt, bevor wir im hoteleigenen Restaurant unser Abendessen einnehmen. Es gibt, na klar, Fisch. Daran werde ich mir hier an Schwedens Westküste wohl gewöhnen müssen.