NORWEGEN ROADTRIP TAG 1: AFROMAN, BRÜHWÜRFEL UND DER WUNDERSCHÖNSTE ZELTPLATZ

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Es gibt Momente im Leben, die fühlen sich an wie im Film. Die erste Begegnung mit einer besonderen Person beispielsweise, oder ein Abschiedskuss vor dem abfahrbereiten Zug. Oder aber wenn du mit zwei deiner besten Kumpels in einem Auto aus der Steinzeit einen Roadtrip in den hohen Norden Europas startest.

Fast pünktlich um 5:45 Uhr beginnt bei strahlendem Berliner Sonnenschein unser kleines großes Abenteuer. Beladen mit Matti, Robin, Gieselherr dem Plastikkrokodil sowie meiner Wenigkeit und geschätzten 200kg Reisegepäck saust Robins rostige Mercedes A-Klasse Richtung Rostock – auf zu neuen Ufern.

Denn für Robin und den Verfasser dieses Textes wird es der erste Besuch im sagenumwobenen Norwegen. Matti hingegen hat fast jeden zweiten Sommer seines Lebens dort verbringen dürfen. Seine Oma ist Norwegerin und hat in den Wirren des Zweiten Weltkriegs einen deutschen Soldaten geehelicht. Wie das bei ihren Landsleuten ankam kann sich jeder selbst ausmalen, was jedoch bis heute übrig blieb ist die Urlaubshütte der Familie in Åndalsnes – unsere Homebase für die nächsten zwei Wochen.

Auch wenn wir in unseren Augen sehr prädestiniert für Fahrzeugkontrollen erscheinen – drei junge Männer in einem alten Auto in dem Afroman läuft – reisen wir unbehelligt nach Dänemark und wenig später über den Öresund nach Schweden ein. Kommentar vom Beifahrersitz: „Sieht ja noch genau so aus wie zu Hause.“ Nun ja.

Dies ändert sich auch erst einmal noch nicht, jetzt da doch eigentlich der spannendste Teil unserer Reise beginnt. Wir brettern entlang der Westküste Schwedens gen Norden, vorbei an Göteborg („War ich hier nicht erst?!“) und der norwegischen Hauptstadt Oslo. In den nächsten Stunden biegen wir wenn es hochkommt fünfmal ab, lassen etliche hunderte Kilometer hinter uns und kommen langsam in Gefilde, die „wie das echte Norwegen aussehen“ (Zitat Matti).

Glücklicherweise sind die Sommertage im Norden noch mit sehr viel Tageslicht gesegnet, sodass wir unsere Suche nach einem geeigneten Zeltplatz kurz vor Mitternacht noch im Schummerlicht bewerkstelligen können. Letztendlich schlagen wir unser Nachtlager an einem Fluss mit Aussicht auf einen Wasserfall auf. „Kein schlechter Anfang“ denke ich bei mir, während ich auf einen Brühwürfel beiße. Die Spaghetti mit Brokkoli-Sauce sind uns auf dem Campingkocher noch nicht so richtig gelungen, trotzdem kriechen wir alle glücklich und auch ziemlich erschöpft in die Zelte.