NORWEGEN ROADTRIP TAG 8: ERDBEEREN, SIEBEN SCHWESTERN UND EINE NAHTOD-ERFAHRUNG

Read in English / Auf Englisch lesen

Der achte Tag unseres Norwegen-Abenteuers führt uns zunächst zum Gudbrandsjuvet, wo eine tosende Schlucht und leckere Erdbeeren auf uns warten.

Jedoch nicht für mich, ich bin intolerant. Die Schlucht ist recht beeindruckend, ein bisschen zu hoch ist sie mir aber irgendwie dann doch. Etwas weiter am Fluß, lässt sich die norwegische Sommer-Sonne viel besser genießen.

 

Weiter geht es Richtung Velldal, mit der Fähre setzen wir zum Geirangerfjord über, der gemeinhin als schönster Fjord des Landes verkauft wird. Schön ist er definitiv, aber jeder soll sich bitte sein eigenes Bild machen. Uns ist es auf jeden Fall zu touristisch.

 

Da wir kein Boot nach Skageflå ergattern können, disponieren wir kurzerhand um und starten unsere Wanderung einfach von Geiranger aus. In der prallen Mittagshitze, bei gefühlt 30 Grad im Schatten. Na klasse. Mein Körper rebelliert schon nach zehn Minuten und nie bin ich in diesem Urlaub näher dran, alles hinzuschmeißen und einfach irgendwo im Schatten auf die anderen zu warten.

Wenn man jedoch erstmal über einen gewissen Punkt hinweg ist, geht ja bekanntlich so einiges. Und als das Geläuf etwas weniger steil und umso schattiger wird, bessert sich auch meine Laune. Bei einer Pause setzen wir uns direkt an einen Abhang und beobachten ein paar wackere Kajakfahrer unten im tiefblauen Fjordwasser. Hoffentlich haben die sich gut eingecremt denke ich nach ein paar Minuten, als mir bewusst wird, dass sich meine Höhenangst in Luft aufgelöst zu haben scheint. Norwegen hat mich angstfrei werden lassen.

 

Die Belohnung folgt sowieso wie immer auf dem Gipfel. Zunächst erholen wir uns von den Strapazen an einer einsamen Berghütte, um uns dann noch einmal durch ein kleines Matschmoor zum Aussichtspunkt auf die Sieben Schwestern zu begeben. Der Anblick lässt wirklich alles andere verblassen. Die sieben Wasserfälle zählen zurecht zu den größten Naturschauspielen die das an Naturschauspielen nicht arme Norwegen zu bieten hat.

Mein persönliches Highlight des Tages ist aber dennoch das Abendessen auf der Aussichtsplattform zum Geiranger. Nachdem wir uns, unter den Augen der staunenden asiatischen Touristen, unter dem kleinen Wasserfall am Parkplatz geduscht haben, bauen wir unser Campingequipment auf und kochen uns Spaghetti, die einfach nur göttlich schmecken. So gefällt mir das!

 

Um auch Robin noch seinen Wunsch zu erfüllen, fahren wir am Abend direkt noch zu einem Wasserkraftwerk, das er in irgendeinem Reiseführer aus der Hütte entdeckt hat. So richtig können wir es aber nicht ausfindig machen, landen stattdessen aber bei einem halb gefüllten Stausee, dessen Staumauer ziemlich tief senkrecht nach unten geht. Natürlich werde ich direkt aufgefordert, meine neu erworbene Schwindelfreiheit unter Beweis zu stellen. Was ich mich Freude tue. Der Anblick der Abendsonne wäre mir weiche Knie sowieso wert gewesen.

Auf dem Heimweg haben wir noch eine kleine Nahtoderfahrung, als nach einem kilometerlangen Tunnel unsere Frontscheibe beschlägt und wir außerdem noch in die tiefstehende Abendsonne fahren. Robin fährt zwar schon nur Schritttempo, aber so ist uns das doch zu heikel. Wir halten an, und dass keine Sekunde zu früh. Als wir aus den Seitenfenstern blicken, stehen wir nur einen Meter vor einer Leitplanke. Heute noch nicht, Sensenmann!